Unser Konzept zielt auf solidarisches, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen sowie auf eine soziokulturelle Nutzung von Räumen, die sowohl der Glocke als auch dem Quartier zugutekommt.
Innovativ.
Nachhaltig.
Konstante Miete.
Mit unserem freifinanzierten, genossenschaftlichen Ansatz gehen wir bewusst neue und innovative Wege. Freifinanziert bedeute, ohne öffentliche Förderung zu bauen – unter anderem deshalb, weil viele unserer Einkommen über den Fördergrenzen liegen. Gleichzeitig lehnen wir individuelles Wohneigentum ab. Statt klassisch im Eigentum zu bauen, setzen wir auf eine genossenschaftliche Struktur, die gemeinschaftliches Wohnen langfristig sichert und Spekulation ausschließt.
So möchten wir bezahlbaren Wohnraum schaffen und ermöglichen, dass Menschen Teil unseres Projekts werden können, ohne großes Eigenkapital mitbringen zu müssen. Entscheidend ist nur, dass sie sich die Miete leisten können und Teil der Gemeinschaft sein möchten.

Ursprüngliche Illustration für die Bewerbung auf das Grundstück
© Hausprojekt Glocke e.V.
Harte Fakten.
Womit musst du rechnen?
Harte Vorteile
Was hast du davon?
Der
Zeitplan
Konzeptphase
Auswahl Architekturbüro
Gruppen Organisation/Rechtsform
Konzeptentwicklung
Beginn FachplanungAbschluss Vorentwurf
Anhandgabephase
Entwurf, Abschluss Anhandgabe
Freigabe IBA LPh 3/Entwurfsplanung
Einreichen Bauantrag
AusführunsplanungErbbaurechtsvertrag nach Baugenehmigung
Bauphase
Einzug

Illustration & Vorentwurf: ARGE Büro Juliane Greb Demo Working Group
Willst du mehr wissen?
Unser Konzept.
Im Detail.
Das klingt ja alles super, aber jetzt mal Butter bei die Fische. Wie soll das funktionieren?
Solidarisches und gemeinsames Wohnen
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich die Spaltung im urbanen Raum zunehmend vertieft: Große Bevölkerungsteile werden durch Mieterhöhungen, Eigenbedarfskündigungen und Spekulation aus ihren Vierteln verdrängt.
Obwohl wir unser Projekt aufgrund unserer Einkommensverhältnisse freifinanziert umsetzen müssen, lehnen wir Eigentumslösungen ab. Nur so können wir auch Mitstreiter:innen ohne größere Eigenkapitalrücklagen die Teilnahme ermöglichen und dauerhaft faire Mieten für guten Wohnraum im Quartier sichern. Unser Grundverständnis eines nachhaltigen und solidarischen Zusammenlebens beruht darauf, dass jede:r seine individuellen Möglichkeiten einbringt, um gemeinsam etwas zu gestalten.
Das solidarische Wohnen soll auf Gemeinschaftsflächen stattfinden, die von allen zukünftigen Bewohner:innen mitfinanziert werden. Aufgrund der begrenzten Wohnfläche sollen diese Räume nicht als einzelne, abgegrenzte Bereiche entstehen, sondern als mehrere unterschiedlich große Flächen auf jedem Geschoss verteilt werden. Sie dienen zugleich der Erschließung der Wohnungen, sodass eine organische und flexible Nutzung entsteht. Der größte dieser Räume wird im Erdgeschoss realisiert und ist auch für das Quartier geöffnet.
Dies wird durch die geschickte Anordnung des Treppenhauses als Erker ermöglicht, wodurch eine Ost-West-Erschließung entsteht. So wird insbesondere die Wohnfläche im 3. Obergeschoss optimal genutzt und schafft Raum für gemeinschaftlich genutzte Bereiche. Zusätzlich planen wir einen Dachgarten, der allen Bewohner:innen als Ort für Kommunikation und Entspannung dienen soll.
Nachhaltiges Wohnen
Bei der Umsetzung unseres Projekts legen wir besonderen Wert auf eine nachhaltige und klimafreundliche Bauweise. Geplant ist ein hoher Energieeffizienzstandard sowie der Einsatz erneuerbarer Energien – eine Förderung nach dem KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ wird angestrebt.
Soweit wirtschaftlich umsetzbar, prüfen wir außerdem den Einsatz von Holz, Lehm und einer Korkfassade als CO₂-speichernde Baustoffe. Zur Förderung eines positiven Raumklimas sind eine großflächige Fassadenbegrünung sowie ein Dachgarten vorgesehen. Ergänzend werden wir durch Infrastrukturmaßnahmen wie Mulden oder Rigolen einen Beitrag zur Wasserrückhaltung leisten und so die klimawandelangepasste Entwicklung des Quartiers unterstützen.
Das autoarme Mobilitätskonzept des Elbinselquartiers begrüßen wir ausdrücklich. Unsere Baugemeinschaft besteht aus leidenschaftlichen Radfahrer:innen, daher planen wir keine Kfz-Stellplätze. Stattdessen prüfen wir gemeinsam mit den anderen Baugemeinschaften im Baufeld Möglichkeiten für komfortabel zugängliche Fahrradabstellplätze – oberirdisch überdacht oder als Kellerelement über eine Rampe –, die gemeinschaftlich finanziert und umgesetzt werden können.
Mehrere Mitglieder unserer Gruppe sind im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien tätig und bringen das notwendige Know-how mit, um unsere Ziele für nachhaltiges Wohnen effektiv zu verwirklichen.
Institutionelles und finanzielles Konzept
Um unsere Vorstellungen von solidarischem Wohnen umzusetzen, planen wir unser Projekt genossenschaftlich. Dabei ist uns besonders wichtig, dass die Gruppe selbstverwaltet ist und alle Mitglieder demokratisch und gleichberechtigt mitbestimmen können.
Für die Planung und Umsetzung konnten wir bereits die STATTBAU Hamburg als Baubetreuung sowie die ARGE Büro Juliane Greb und DEMO Working Group als Architekt:innen gewinnen.
Für uns zwei institutionelle Genossenschaftskonzepte in Frage:
Kleingenossenschaft
Sofern wirtschaftlich realisierbar, möchten wir eine Kleingenossenschaft gründen. Diese Variante bietet die größtmögliche Gestaltungsfreiheit und Selbstbestimmung für die Umsetzung unserer Ziele. Aufgrund vergleichsweise hoher Verwaltungskosten für eine Genossenschaft dieser Größe hängt die endgültige Entscheidung auch von zukünftigen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
Dachgenossenschaft Schanze e.G. oder DachGeno
Sollte eine Kleingenossenschaft aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar sein, könnte die Schanze e.G. oder die DachGeno als Partnerorganisation dauerhaft Spekulation und Privatisierung verhindern. Wir stehen bereits in engem Austausch mit beiden Genossenschaften: Die Schanze e.G. ist eine etablierte Genossenschaft, während die DachGeno eine neue Genossenschaft ist, die aus den Wilhelmsburger Hausprojekten entsteht. Die Dachgenossenschaft würde einen Teil der Verwaltungsaufgaben übernehmen, während die vollständige Finanzierung des Projekts weiterhin beim Hausprojekt Glocke liegt. Im Gegenzug erhält Glocke dauerhaftes Nutzungsrecht und Selbstverwaltung. So entsteht die Möglichkeit, auf größerer Ebene eine Solidargemeinschaft zu bilden, wie wir sie für unser Projekt im Kleinen planen.
In beiden Varianten basiert unsere Finanzierungsstruktur auf bewährten Konzepten des Mietshäusersyndikats. Das benötigte Eigenkapital für die Hebelung der Bankkredite wird von unseren Mitgliedern und deren Umfeld bereitgestellt. Je nach gewähltem institutionellen Rahmen erfolgt dies über Genossenschaftsanteile oder nachrangige, niedrigverzinste Direktkredite.
Unsere Kalkulation, bestätigt von unserer Baubetreuerin, ergibt eine Kaltmiete von rund 20 Euro pro Quadratmeter (Stand Anfang 2026). Damit liegt sie bereits heute unter dem allgemeinen Neubaumietspiegel. Unsere Kalkulation berücksichtigt dabei bereits angenommene Baukostensteigerungen bis zum Einzug 2029 (Stand Februar 2026).
Integration und Barrierefreiheit
Persönliche Verhältnisse und Lebenskonstellationen werden sich im Laufe der Zeit verändern. Darauf wollen wir mit verschiedenen Maßnahmen reagieren: Wir planen ein möglichst barrierefreies Gebäude, um alters- und behindertengerechtes Wohnen zu ermöglichen. Außerdem prüfen wir eine flexible Raumaufteilung durch Schalträume auf jedem Geschoss, die sich ohne größeren baulichen Aufwand zwischen benachbarten Wohnungen tauschen lassen. So kann auf veränderte Bedürfnisse reagiert werden, ohne dass Bewohner:innen ihre Wohnung verlassen müssen.
